Novemberrevolution

In Europa herrschte der Krieg und veranlasste die kontinentalen Großmächte ihre Machtfrage demonstrativ zu beantworten. In Deutschland herrschte der Kaiser und erbat von seinem Volk Treue und Folgsamkeit für die Verteidigung des Vaterlandes. In der gleichen Weise, wie sich das deutsche Kaiserreich gezwungen sah aus Bündnisverpflichtungen in den Krieg zu ziehen, besiegelten die Parteien im sogenannten Burgfrieden von 1914 die Beilegung ihrer innenpolitischen Konflikte, um Deutschland innerlich zu stärken.

Mit Enthusiasmus verkündete Kaiser Wilhelm II zu Kriegsbeginn die Stärke der deutschen Monarchie: “Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche.” Mit ähnlichem Enthusiasmus gab Philipp Scheidemann vier Jahre später die Auflösung der Monarchie bekannt: “Es lebe die Republik!” Es waren vier Jahre die Deutschland von Grund auf revolutionierten.

Novemberrevolution

Die Novemberrevolution bezeichnet den gesellschaftlichen Umbruch des deutschen Kaiserreiches.

Die politischen Hintergründe der Novemberrevolution

Die Novemberrevolution bezeichnet in diesem Kontext den gesellschaftlichen Umbruch des deutschen Kaiserreiches nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Im engeren Sinne charakterisiert der Terminus die Abschaffung der konstitutionellen Monarchie und die konsequente Ausrufung der Republik am 9. November des Jahres 1918. Im weiteren Sinne umschließt die Novemberrevolution ebenfalls die Endphase des Ersten Weltkrieges und deren politischen Impulse. Im September des Jahres 1918 stand das Militär der Mittelmächte vor dem Zusammenbruch. Die Balkan-Front wurde von britischen Panzern durchbrochen, Bulgarien hatte kapituliert und auch das Königreich Österreich-Ungarn sah einer militärischen Niederlage entgegen. Die Novemberrevolution legte ihr Wurzelwerk somit schon am 5. Oktober, an welchem Kaiser Wilhelm II. aufgrund von massivem außenpolitischen Druck abdankte und das Deutsche Reich von einer Monarchie in eine parlamentarische Demokratie überging. Die offizielle Verfassungsänderung vom 28. Oktober 1918 war demnach der eigentliche Wendepunkt der konstitutionellen Organisation des Staates und veranlasste die Mehrheitsparteien sowie die Übergangsregierung um Friedrich Ebert von einer sozialdemokratisch inspirierten Novemberrevolution abzusehen.

Der Verlauf der Novemberrevolution

Prägend für die späteren revolutionären Umwälzungen war in diesem Zusammenhang vor allem die Fahrlässigkeit der Obersten Heeresleitung, die beabsichtigte, nach einem Siegfrieden gegenüber Russland, auch die Entente cordiale durch eine militärische Offensive zu einem vorteilhaften Friedensvertrag zu zwingen. Die Folge dieses Himmelfahrtskommandos waren exponentiell ansteigende Desertationen und die Meuterei innerhalb der deutschen Marine, welche letztlich das Fundament für die spätere Novemberrevolution legten. Auch wenn die Reichsregierung neue Segel setzte, erfolgte die demokratische Kontrolle der Heeresleitung um Ludendorff nur über die großflächige Befehlsverweigerung. In diesem Sinne wurden in der Nacht vom 29. zum 30 Oktober nicht alle Anker gelichtet und die beiden Schlachtschiffe Thüringen und Helgoland gerieten in Gewalt der meuternden Matrosen, welche sich mehrheitlich der neuen Regierung verpflichtet sahen. Der sogenannte Kieler Matrosenaufstand entwickelte sich dabei binnen weniger Tage zu einem landesweiten Aufruhr, der letztendlich zur Ausrufung der Republik führte, aber auch von blutigen Auseinandersetzungen mit rechtsnationalen Freikorps geprägt war. Es war ein unglücklicher Anfang für die hoffnungsvolle Weimarer Republik.

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